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Kanalsanierung

KHS und GEA

Kanal-Hausanschluss-Sanierung und Grundstücksentwässerungsanlagen

Bei der Kanal-Hausanschluss-Sanierung (kurz KHS) gilt es einige wichtige Grundsätze zu beachten. Bei der KHS haben wir Voraussetzungen, die den Anwendern das Arbeiten nicht gerade erleichtern. Beengter Arbeitsraum, kleine Kanaldimensionen, schwierige Zugänge, etc. Daher ist es bei der Auswahl der Unternehmen wichtig, entsprechende Qualifikationen zu erfragen. Mögliche Qualifikationen können unter anderem die Gütezeichen des Güteschutz Kanalbau, Schulungs- und Anwendernachweise sein. Auch ist es möglich, bei der Stadtverwaltung nach entsprechenden Firmen zu fragen. Bei uns können Sie sicher sein, dass wir geprüft sind und unser geschultes Personal die bestmögliche Arbeit für Sie durchführen.

STRATEGIE

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass sich zwei Sanierungsverfahren in der KHS durchgesetzt haben.
Verfahren 1: Reparatur durch Kurzliner Verfahren 2: Renovierung mit Schlauchliner
Das Schadensbild bzw. die Schadensausweitung zeigt dem Anwender hier bereits vorab, welches Verfahren zwingend zu wählen ist.
Reparaturverfahren, gleich welcher Art, kommen nur zum Einsatz, wenn es sich um örtlich begrenzte Einzelschäden handelt.
Beispiel 1:
Hausanschluss mit einer beliebigen Länge, angenommen 10 Meter. Hier ist als Schadensbild ein Dichtring sichtbar.
Für dieses Schadensbild ist die Kurzlinerreparatur das zu wählende Verfahren. Beispiel 2:
Hausanschluss mit Wurzeleinwuchs an mehreren Muffenverbindungen.
Hier muss nun auf mehrere Faktoten geachtet werden. Was haben wir für einen Werkstoff, Baujahr, Bepflanzung oberhalb etc.
Angenommen wir finden einen Hausanschluss aus dem Jahre 1965 aus Steinzeug, dann ist davon auszugehen, dass sich die Wurzeln relativ einfach durch das mittlerweile verschlissene und verfaulte Dichtungsmaterial Zugang zum Wasser im Kanal verschafft haben. Hier ist nun eine Renovierung der gesamten Leitung zu berücksichtigen, da sich der Wurzeleinwuchs nach zum Beispiel einer Reparatur gerne an den nicht ertüchtigten Verbindungen fortsetzt und das Problem nur temporär verschoben ist.
Zusammengefasst sei gesagt, dass Sanierungsverfahren bzw. die Sanierungsstrategie richten sich einzig und allein nach dem Schadensbild.

UMSETZUNG 

Zum Schutze der Privatleute, Laien oder nicht fachkundigen Auftraggebern setzt der Gesetzgeber eine Zulassung der einzusetzen den Verfahren nach dem Deutschen Institut für Bautechnik voraus. Kurz DiBT.
Das vereinfacht dem Auftraggeber insoweit die Wahl der Auftragnehmer als das sich der Auftraggeber die Zulassung entsprechend zu verlangen hat.
In den Zulassungen sind Hersteller und Produktspezifische Kennwerte und Nachweise belegt. Weiterhin gibt es auch eine verbindliche Anwendungsvorgabe, wie Produkte entsprechend zu verarbeiten und einzubauen sind. An diese Vorgaben hat sich der Auftragnehmer ohne Ausnahme zu halten.
Nur unter Einhaltung dieser Vorgaben kann die zu erwartende Qualität erreicht werden. Auf die zwei zuvor genannten Verfahren möchte ich kurz eingehen.

KURZLINER

Bei der Reparatur mittels Kurzliner werden vor Ort getränkte und imprägnierte, meist Matten aus Glasfaserkomplex anhand der Rohrdimension angepasst und unter Druck über die Schadstelle geklebt.
Wichtig ist hier vor allem die Wanddicke des Endproduktes. Diese wird durch falten der Matte nach Herstellervorgaben erreicht. Durch unterschiedliche gewichte wird eine Matte unterschiedlich oft gefaltet. Konstruktionsbedingt muss jedoch mindestens einmal gefaltet werden. Das liegt an der Produktion der Matte, die eine gelegte und eine wirre Oberfläche haben. Bei Matten, die ein einmaliges Falten erlauben, wird die gelegte Seite nach innen gefaltet, so dass die wirre Seite sowohl an der Rohrwandung klebt als auch die neue Rohrinnenseite bildet. leichtere Matten werden zweimal gefaltet und somit dreilagig eingebaut. Schwerere Mattel hingegen werden zweilagig eingebaut. Da Kurzliner ein Kleben an der Rohrinnenwand voraussetzen, ist die Vorarbeit hier das a und o. Es ist nicht ausreichend, den Kanal ausschließlich mittels Wasserhochdruck zu reinigen. Es muss zwingen ein mechanisches Abfräsen der Rohroberfläche stattfinden. Bei den Fräsarbeiten wird sowohl die Rohrwandung angeraut, um ein Verkleben zu ermöglichen als auch die in Schmutzwasser und Mischwasserkanälen befindliche Sielhaut entfernt.
Nach dem Fräsvorgang muss die Leitungen nochmals von Staub und losen Partikeln befreit werden. Erst dann kann ein Kurzliner auch das gewünschte Ergebnis erzielen. Für die gesamte Dauer der Arbeiten ist die zu sanierenge Strecken abwasserfrei zu halten. Nach der Aushärtezeit gem. den Herstellervorgaben kann das Versetzwerkzeug aus dem Kanal entfernt werden, im Anschluss dessen wird mindestens eine TV-Untersuchung zur Qualitätssicherung vorgeschrieben. In Ausnahmefällen hier auch eine physikalische Dichtheitsprüfung mit Luft oder Wasser.

SCHLAUCHLINER

Bei der Renovierung mittels Schlauchliner kommen entweder vor Ort oder werkseitig imprägnierte Textil oder Glasfaserschläuche zum Einsatz. Die trockenen Schläuche sind entsprechend an jegliche Rohrdimensionen

angepasst. Die Wandstärke nach Einbau wird hier also schon werkseitig garantiert. Der Schlauch wird auf die gesamte zu sanierende Länge abgeschnitten und durch einen Druckbehälter in nur einem Setzvorgang in die Rohrleitung inversiert. Im Anschluss an die Inversion wird der Schlauch mittels vorgegebener Temperatur beaufschlagt und diese dann entsprechend der vorgegebenen Zeit gehalten, um die eingebrachten Harze zu Reaktion zu bringen und auszuhärten zu lassen. Nach eingehaltener Aushärtezeit wird das Temperaturmedium zurückgefordert. Als Aushärtesystem kann Temperatur mittels Wasser oder Dampf benutzt werden. Lichtaushärtende Varianten reagieren mit einer UV-Lichtquelle. Nach erfolgreicher Sanierung ist neben der TV-Untersuchung auch eine Dichtheitsprüfung mit Luft oder Wasser vorgeschrieben.

AUSWAHL GEEIGNETER AUFTRAGNEHMER

Zusätzlich zu den technischen Qualifikationen des einzusetzenden Personals, muss der Auftragnehmer zusätzliche Bedingungen erfüllen. Die Tätigkeiten der Kanalsanierung gehören zum Bauhauptgewerbe. Für das Bauhauptgewerbe gibt es einige relevante Gesetze und Verordnungen. Zum Beispiel zählt dazu die Neunte Bauarbeitsbedingungsverordnung oder die Baubetriebe- Verordnung. Bauherren oder Auftraggeber sollten sich vor Auftragserteilung über den potenziellen Auftragnehmer Informieren. Seriöse und etablierte Firmen legen großen Wert auf die Qualität und professionelle Arbeit und werden den Bauherren gerne entsprechend Beraten.
Die Firmen sollte jedoch als Mindestanforderung in der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein und bei der Sozialkasse Bau (SoKa-Bau) als Mitglied geführt werden. Auf diese Mindestanforderung darf unter keinen Umständen verzichtet werden. Es besteht eine gesetzliche Eintragungspflicht.

ZUSAMMENFASSUNG

Grundsätzlich lässt sich das Sanierungsverfahren nur anhand des Schadensbildes ermitteln. Viele Anwender machen sich hierzu jedoch keine Gedanken, weil das Investment in eine entsprechende Ausstattung zur Schlauchliner-Sanierung gegenüber einer Ausstattung zur Reparatur mit Kurzliner ein Vielfaches höher ist.
Grob lässt sich das Investitionsvolumen wie folgt darstellen. Schlauchliner à 150.000€
Kurzliner à 15.000 €
Oftmals leidet darunter der Kunde, weil eine entsprechende Aufklärung nicht stattfindet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade im Bereich der Sanierung bei Privatleuten kaum Qualitätsmanagment vorhanden ist. Sollten Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Auftragnehmers auftreten, empfehlen wir dringend die Arbeiten durch einen unabhängigen und zugelassenen Prüfer kontrollieren zu lassen.
Dieser Leitfaden soll einen groben Überblick über die Thematik der KHS geben.

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